Dienstag, 28. Juli 2009

Gottesnähe im 1. Johannesbrief - in der Liebe Heimat finden

Die Gottesnähe im 1. Johannesbrief hat eine besondere Sprache für die Liebe gefunden, die sich im Sohn und im Vater offenbart. Die Erkenntnis, dass Gott die Liebe ist und er die Welt ganz in seine Liebe aufnehmen möchte, führt zu Beschreibungen der Gottesnähe, die ganz von dieser Liebeserfahrung gesprägt sind (ich in Dir, du in mir). Wer an Gottes Liebe glaubt, die sich im Vater und im Sohn offenbart hat, wird völlig in den Raum dieser Liebe, die Gott selbst ist, gestellt. Sie sind in Gott wie Gott in ihnen ist. Sie bleiben in ihm, wie er in ihnen. Welche psychischen Gefühle sind mit dieser Liebesnähe verbunden? An erster Stelle nennt der Brief die "Freude" (1,4), später die "Zuversicht" (2,28; 3,21; 4,17; 5,14), die das Gegenteil der Furcht ist. Die vollkommene Liebe treibt die Furcht, die Angst völlig aus. Diese jetzt schon durch die Erfahrung der Liebe Gottes geschenkte Zuversicht ist so stark, dass heute keine Angst mehr vor dem Gericht Gottes besteht (4,17). Die Gottesbeziehung soll und darf ganz von der Liebe durchflutet sein. In dieser Liebe, die das ewige Leben ist, wenn es die Liebe ist, die der Sohn und der Vater sind und schenken, läßt sich auf immer verweilen (menein). In ihr sind wir angekommen und es gibt keinen Grund, diese Gemeinschaft mehr zu verlassen - sie ist aber alsbald verlassen, wenn wir den Bruder hassen. Darum erkennen wir an unser Geschwisterliebe, dass wir Gemeinschaft mit Gott haben und tatsächlich angekommen sind. In der Ruhe dieser Liebe, im Angekommensein bei dieser Liebe sollen wir bleiben - sie ist der stabile Punkt, der die Welt aus den Angeln hebt. Näher können wir Gott nicht kommen -in seiner Liebe ausruhen und in der ewigen Gemeinschaft mit ihm lieben und seine Gebote halten.

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