Freitag, 11. September 2009

Kathedralen als Erinnerungsraum


Innenraum des Doms in Pisa

Zusammen mit meinem Religions-LK geniesse ich die Toskana, die Landschaft - Septembersonne mit angenehmster Waerme, das silberne Licht, hellsten Carrara-Marmor, Weintrauben, Feigen am Strassenrand, Sandstrand, Steilkueste bei den Cinque Terre und selbstverstaendlich Kultur: Florenz, Pisa, Lucca... Schwerpunkt ist die Erkundung und das Erleben von Kirchen, deren Baugeschichte bis ins Mittelalter zurueckreicht. San Lorenzo in Florenz zum Beispiel haben wir lange auf uns einwirken lassen. Sitzen, beobachten, den Raum auf sich wirken lassen. Marmorboden, goldverzierte Stuckdecke. Breite Seitenschiffe, schlanke Saeulen, die die Kirche hallenaehnlich wirken lassen. In dieser weiten, breiten Halle hallt es hell beim kleinsten Laut. Der Raum strahlt in seiner dezenten Farbgebung Ruhe aus. Es ist viel dunkler als die sonnendurchfluteten Toskana. Einstimmung in eine andere Wirklichkeit, die vor allem von der Vergangenheit gepraegt ist. Die Zeichen verweisen in die Vergangenheit: die Gemaelde in den zahllosen Seitenaltaeren, Reliquien, Saerge, Grabsteine, das Kreuz mit dem Gekreuzigten ueber dem gewaltigen Altar. In einer solchen Kirche erscheint der christliche Glaube als Religionsform, die sich vor allem im Vergangenen, im Erinnern sich findet.

3 Kommentare:

  1. Da staune ich jetzt aber nur angesichts solch interessierter SchülerInnen. Ich hatte leider das Vergnügen fast nur Schwämme ("nie abgeben, nur aufsaugen") oder Fische ("schweig, schweig, gluck, gluck") in meiner Schulzeit zu haben, die nie für etwas Interesse zeigten, außer die Basketballer für Basketball.

    P.S. Willste nicht mal Urlaub machen und so richtig von der Welt abschalten? :P

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  2. Ein bisschen musste ich dem Interesse bei einigen schon nachhelfen; es war für sie nicht einfach, sich 1 Std. lang in einer Kirche aufzuhalten und zu beobachten und den Kirchenraum auf sich wirken zu lassen.
    Ich weiß nicht, ob ich im Urlaub "von der Welt" abschalten kann, ich tauche dann doch gerne in Natur und Kultur ein. Ich habe das Gefühl, von der Welt abzuschalten, am stärksten, wenn ich ohne Zeitdruck schlafen kann, wirklich! Siehe auch den Post vom 15.8. "Die Gabe des Schlafes".

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