Sonntag, 26. Juli 2009

Gott im 1. Johannesbrief

Gleich zu Beginn und dann nochmal am Ende des Briefes wird klar gemacht, welche Gotteserfahrung und Gotteserkenntnis die Spiritualität des 1. Johannesbriefes prägt:
es ist die Erfahrung und Erkenntnis, dass sich in Jesus, der der Christus ist (2,22), Gott selbst offenbart hat. Ihn hat der Autor des Briefes gehört, mit eigenen Augen gesehen, mit Händen berührt, ihn, der das Wort des Lebens ist (1,1; 2,14), das von Anfang an war (1,1; 2,13-14) und darum selbst das ewige Leben ist (1,2). Er ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben (5,20).

Was läßt sich von dieser Gottesoffenbarung her von Gott sagen? Gott wird als Vater (1,3; 2,14) im Sohn erkannt, Gott ist Gott als Vater und Sohn (1,3; 2,22-23), Gott ist Licht (1,5), Gott ist die Liebe (3,17; 4,8; 4,16), der Vater zeigt sich als Vater in seiner Liebe zu seinen Kindern (2,15; 3,1-2). Gottes Gebot sind der Glaube an den Namen seines Sohnes und das Liebesgebot (3,23-24). Der Geist Gottes bezeugt, dass der Sohn Gottes wahrhaft Mensch geworden ist (in das Fleisch gekommen ist 4,2), sein Tod („Blut“) reinigt von aller Sünde (1,7-9), er ist die Versöhnung für die Sünden der ganzen Welt (2,2). Offenbar geworden ist die Liebe Gottes daran, dass er seinen einziggeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben sollen. Das Leben ist in seinem Sohn (5,11). Die Liebe ist Wesensgrund der Wirklichkeit („darin ist die Liebe“), weil Gott uns geliebt hat und seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden gesandt hat (4,7-11).

Gottes Geist hat die Aufgabe, den Menschen die Wahrheit der Liebe Gottes zu offenbaren, die sich in der Sendung des Sohnes als Retter der Welt durch den Vater zeigt (4,13-16). Die (durch den Geist) bewirkte Geburt aus Gott zeigt sich im Bekenntnis, dass Jesus der Christus ist (5,1). Der Geist Gottes führt in diese Wahrheit (5,6-8). Gott hört die Bitten seiner Kinder (5,14-15).

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