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Mittwoch, 13. März 2013

Papst Franziskus

Jorge Bergoglio ist der erste Papst aus Lateinamerika. Er wurde schon länger "Kardinal der Armen" genannt und nimmt diese Fremdzuschreibung jetzt in seinen Papstnamen auf. Er nennt sich Franziskus nach Franz von Assisi (1181/82 - 3.10.1226). Damit stellt er sich in die Tradition der radikalen wortwörtlich genommenen Jesusnachfolge. Franz von Assisi verlies sein adeliges Vaterhaus und ging mit etwa 25 Jahren auf Distanz zu seinem leiblichen Vater. Er wollte wie Jesus freiwillig in besitzloser Armut leben und den Kranken und Verachteten beistehen. Er zog als Buß- und Wanderprediger durch Mittelitalien, später bis nach Ägypten. Dabei war er papsttreu - das Papsttum stand damals mit Innozenz III. auf dem Höhepunkt seiner politischen Macht. Franziskus erhielt zunächst 1209/10 und dann 1223 die Anerkennung seines Ordens durch den Papst.
Dass sich ein Inhaber des Papstamtes, und damit das religiöse Oberhaupt der Katholiken und der Quasi-Monarch eines Staates, des Vatikanstaates, in die Tradition von Franz von Assisi stellt, kann zunächst nur als Paradoxie wahrgenommen werden.  
     wikipedia (früheste Darstellung noch zu Lebzeiten)

Sonntag, 6. September 2009

Lesenswerte Artikel

Mit Hilfe der Website "Perlentaucher" kann man sich täglich einen Überblick über die Artikel verschaffen, die auf den Kulturseiten der überregionalen Tageszeitungen erscheinen. Dabei habe ich schon viele wertvolle Texte - auch für meinen Unterricht - gefunden.
Heute sind mir zwei Artikel aufgefallen. Ein Text des Soziologen Ulrich Beck in der FR, der auf die erschreckende Diskrepanz zwischen Arm und Reich in unserer Weltgesellschaft aufmerksam macht und dies als eine Ungerechtigkeit bewusst macht, ja als Unrecht, das noch viel zu sehr einfach hingenommen wird.
Vor einigen Wochen ist der polnische Philosoph Leszek Kolakowski gestorben. In der "Welt" ist eines der letzten Interviews mit ihm abgedruckt. Kolakowski hat, zunächst Kommunist, bald entdeckt, dass nur ein deutlicher Gottesbezug nicht nur den Einzelnen sondern auch Gesellschaften "retten" kann. Der Glaube schenkt ein Bewusstsein der eigenen Begrenzheit. Er relativiert innerweltliche Heilshoffnungen, z.B. das Setzen ganz auf die Vernunft, auf den Fortschritt, auf Technologie, oder ganz auf Reichtum. "Die Religion entstammt einer anderen Dimension, die uns befähigt, Scheitern, Leiden und Tod zu verkraften." Kolakowski war kein Theologe, aber ein christlicher Philosoph, der unzählige anregende Gedanken hinterlassen hat.

Dienstag, 1. September 2009

Armut und Reichtum in Deutschland

Gabriele Goettle schreibt regelmäßig eine längere Reportage in der taz (taz anklicken, um zum Artikel weitergeleitet zu werden), fast immer sehr lesenswert. Kürzlich hat sie die Teltower Tafel besucht - es ist, wie sie es selbst sagt, "ein Blick ins Abseits der Armut", der uns so oft fehlt, wenn wir zu den durch Beruf und solides Einkommen gut Integrierten gehören.
Wie sich hingegen die Elite in Bildungsfragen selbst versorgt dokumentiert ein Artikel im Spiegel zu einer neu eröffneten Privatschule im Rhein-Main-Gebiet.